Das Wesentliche zum Dunkelheitsfest

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Andrea
Dienstag, 27. Oktober 2015 - 8:45

Draußen sinkt die Wachstumskraft sowie das Licht. Alles wird dunkler, langsamer, überschaubarer, verliert das Schmückende.
Zeit wird es, sich zurückzuziehen, in sich zu gehen, bis zum Ureigenen zu dringen.
Zum großen Abschied trägt der Wald sein bestes Kleid, ist kunterbunt und verwöhnt das Auge mit Farbenpracht. Er leuchtet gold im Sonnenlicht und im Grau der Tage wirft er Farbtupfer in die Welt.
Und mit der Farbenfülle hält das große Vergehen Einzug und fordert Blatt um Blatt. Zart schwebend oder wild im Wind wirbelnd streben sie dem Boden entgegen. Dann zaubert sich ein bunter Teppich zu unseren Füßen, raschelt, wenn wir darüber tanzen  und lädt ein zum Spiel.
Bald lösen die Blätter die Farben im Braun verschwindend auf, zerfallen und werden zu einer schützenden Decke für die Erde.
Um den Winter zu überstehen, werden sich die Bäume von allem Überflüssigem trennen. Ihre kahlen Äste werden in nebelgraue Himmel ragen und  dort ihre eigene Struktur zeichnen. Der Lebenssaft zieht sich zunehmend in die Wurzeln zurück, die Baumherzen schlagen mit wachsender Kälte immer langsamer. Das Wesentliche wird immer deutlicher spürbar.
Jetzt und gerade jetzt rückt der Wandel nah an unser Herz, lässt Freude über das bunte Treiben nah am Trüben der grauen Tage wohnen. Noch dieser eine sonnige Tag ist uns gegeben. Und hinter dem Morgen wartet der Abschied vom Sommerleben.

Werfen wir die Sommerhaut ab!
Wollen wir vom  Außensein in die Innenräume wandern! Inniger und tiefer.
Lassen wir unsere Augen das Sehen im Dunkeln lernen!
Erkennen wir mit diesen Augen unser Sosein – ungeschminkt und ungeschönt!
Spüren wir die Freiheit, die darin wohnt, sich nicht mehr vor sich selbst zu verstecken!

Im Dunklen können wir unser Licht besser erkennen, es scheint tröstend während der kalten langen Nächte in unser Herz und hält die Säfte in unseren Wurzeln zusammen.
Unser Wesenlicht- das Wesentliche!